Die Geschichte des Henricus Stifts.

Im Jahre 1873 hatte Südlohn ca. 2.400 Einwohner.
Durch den Bürger Heinrich Schreven wurden 2.000 Taler und ein Grundstück gestiftet mit der Zweckbindung für die Errichtung eines Krankenhauses („Schrevenschen Krankenhausstiftung“).
Weitere 2.000 Taler wurden von Heinrich Herking gestiftet.
Die Krankenhausstiftung wurde zunächst durch Vikar Theodor Mensinck verwaltet und später an die katholische Gemeinde St. Vitus Südlohn übertragen.
Die Stiftung erhielt auch viele Zuwendungen aus Testamenten.
Als Erinnerung an die beiden Hauptwohltäter Heinrich Schreven und Heinrich Herking erhielt das Krankenhaus den Namen Henricus Stift.

Im Jahre 1895 war das Stiftungsvermögen soweit gewachsen, das mit den Bauplanungen begonnen werden konnte. Verantwortlich waren hier Pfarrer Theodor Feldhaus und Vikar Herking sowie die Herren Geuking und Föcking. Architekt war Herr Bernhard Hertel.

Am 21.04.1896 wurde mit den Bauarbeiten für das Krankenhaus Henricus-Hospital begonnen.

Schon am 23.11.1897 konnte das Krankenhaus eingeweiht werden.
Das Krankenhaus hatte 25 Betten. Mit Aufnahme des Krankenhausbetriebes kamen auch die ersten drei Ordensschwestern nach Südlohn, die hier Krankendienst leisten sollten.

In den nächsten Jahren – insbesondere im 1. Weltkrieg – zeigte sich die Notwendigkeit einer Erweiterung. Hier wurden entsprechende Bauplanungen erstellt, die jedoch zunächst wegen der kriegsbedingten Schwierigkeiten nicht realisiert werden konnten. Später zehrten die Inflationsjahre das angesammelte Baukapital auf.

Erst 1931 kam es dann zum ersten Erweiterungsbau. Die Zahl der Krankenzimmer wurde auf 40 erhöht, es wurde eine Isolierabteilung gebaut, zwei überdachte Glasveranden wurden erstellt, ein Operationsraum wurde hergestellt und die Warmwasserheizung erneuert.

Der schöne große Krankenhausgarten wurde 1934 um eine große Wiese erweitert.

1938 wurde eine Röntgenanlage beschafft.

Henricus-Hospital-Südlohn

Im Jahre 1939 erfolgte eine erste Renovierung des Hauses.

Der Personalbestand betrug 1944 (bei immer noch 40 Betten):
3 Ärzte, 6 Ordensschwestern, 2 Gehilfinnen Pflege, 2 Gehilfinnen Küche, 3 Angestellte im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb.
Für den Eigenbedarf gab es einen großen Obst- und Gemüsegarten sowie Äcker für Kartoffeln, Rüben und Getreide. Dieses wurde auch als Futter für die eigenen Kühe, Schweine und Hühner benötigt.
Am 23.03.1945 wurde das Krankenhaus von mehreren Luftbomben getroffen (obwohl das Haus mit einem Roten Kreuz versehen war). Das Haus wurde in zwei Teile gespalten, das mittlere Haus wurde fast vollständig zerstört und der größte Teil der Einrichtung wurde vernichtet. Nur die beiden seitlichen Flügel blieben verschont. Unter den Kranken und Angestellten gab es 8 Tote und 5 Verletzte; auch die Oberin und eine weitere Ordensschwester wurden schwer verletzt.
Nach dem Krieg wurde das Haus an gleicher Stelle und in gleicher Form unter aktiver Mithilfe der Bevölkerung von Südlohn, Oeding und Weseke wieder aufgebaut.

Erweiterungsgebäude Henricus Stift Südlohn

1954 wurde der zweite Erweiterungsbau errichtet.

Der Bettentrakt an der Bahnhofstrasse wurde 1969 eingeweiht.

Lange vor der Entwicklung des „Betreuten Wohnens“ wurden beim Henricus Stift im Jahre 1975 Altenwohnungen gebaut. Hier stehen 31 Mietwohnungen mit einer Größe von ca. 50 m² für Seniorinnen und Senioren zur Verfügung.

Im Jahre 1975 kündigte das Land Nordrhein-Westfalen die Schließung unseres Belegkrankenhauses an. Das Krankenhaus Henricus-Hospital zu Südlohn wurde nicht mehr in den Krankenhaus-bedarfsplan des Landes NRW aufgenommen.

Somit musste 1981 das Belegkrankenhaus in ein Altenkrankenheim umgewandelt werden.

Das Kuratorium der Stiftung Henricus-Hospital zu Südlohn beschloss 1988, das Altenkrankenheim in ein modernes Altenwohn- und Pflegeheim umzubauen. Diese Planungen ließen sich jedoch nicht realisieren.

Im Jahre 1991 wurde im ehemaligen Gemeindepark von Südlohn mit den Bauarbeiten für das neue Altenwohn- und Pflegeheim begonnen.
Am 06.01.1994 konnte das Henricus Stift eingeweiht werden.

Zwei Häuser für „Betreutes Wohnen“ wurden 2003 bzw. 2006 errichtet.
Im „Betreutem Wohnen“ St. Marienstift ist unser „Café Porthook“ untergebracht.

Die Stiftung Henricus-Hospital zu Südlohn unterhält heute

  • das Altenwohn- und Pflegeheim Henricus Stift mit 102 Plätzen
  • davon 10 Kurzzeitpflegeplätze
  • die 31 Altenwohnungen
  • das „Betreute Wohnen“ St. Marienstift mit 13 Wohnungen
  • das „Betreute Wohnen“ St. Franziskushaus mit 26 Wohnungen
  • das „Café Porthook“
  • den Service „Essen auf Rädern“